TV im Alltag

TV ist tief im Alltag und in der Seele der Menschen verankert


Mehr Angebote, mehr Plattformen, mehr Auswahl: Der groe Gewinner des digitalen Wandels ist der Zuschauer er kann sehen, was er will, wann er will, wo er will. Das hat dazu gefhrt, dass insgesamt mehr ferngesehen wird als jemals zuvor. Die neuen Formen des Fernsehens haben das klassische lineare TV-Angebot erweitert. Das Fernsehen kann seine Inhalte auf neuen Wegen zu seinen Kunden bringen via Laptop, Tablet PC, Smartphone oder anderen mobilen Endgerten. Der First Screen des stationren Fernsehgertes hat mit den digitalen und mobilen Bildschirmmedien, den Second Screens, krftig Zuwachs bekommen. Deshalb wird es voraussichtlich zu einer gewissen Verschiebung von der traditionellen Lean-back-Nutzung zur non-linearen und mobilen Lean-forward-Nutzung kommen. 

Das traditionelle Programmfernsehen wird aber weiterhin die tragende Sule der audiovisuellen Mediennutzung bleiben derzeit macht es etwa 98 Prozent der gesamten Fernsehnutzung aus. Denn das grundlegende Bedrfnis des Menschen, sich zu entspannen, zurckzulehnen und zu unterhalten, live und mit Freunden oder Familie, bleibt unverndert. Nur TV ist in der Lage, fr das gemeinschafts- und identittsstiftende Erlebnis zu sorgen in Zeiten einer schier unbersichtlichen Auswahl an Medienangeboten scheinbar mehr denn je. Deshalb bleibt TV gerade in der digitalen Welt ber alle Altersgruppen hinweg das soziale Medium schlechthin. So sitzen an einem durchschnittlichen Sonntagabend knapp 50 Prozent aller Deutschen vor dem TV-Gert in aller Regel mit Freunden oder der Familie. Kein anderes Medium besitzt die Kraft, Millionen von Menschen zeitgleich dazu zu bewegen, ihre eigenes Weltbild zu hinterfragen und die eigenen Wertvorstellungen, Wnsche und Sehnschte abzugleichen. TV bleibt das Medium zur Selbstvergewisserung und zur Welterklrung. Dabei transportiert das Fernsehen ob man will oder nicht Handlungsmuster fr soziale Interaktion und prgt Wertvorstellungen und Lebensentwrfe. Eine Serie oder Show in Echzeit hat fr viele Menschen den Vorteil, dass sie in eine spezifische tageszeitliche Verfassung passen und das Gefhl vermitteln, nahe am Geschehen zu sein. Dass den Zuschauern bewusst ist, zeitgleich mit anderen fernzusehen, gehrt wenn man so will zur gelernten Kulturtechnik des traditionellen Programmfernsehens.

Bei der Bewltigung und Strukturierung des Alltags hat das klassische Fernsehen fr das Gros der Menschen also nach wie vor eine zentrale Rolle. Kein anderes Medium ist so tief im Alltag und in der Seele der Menschen verankert wie das Fernsehen, das einem festen Programmablauf folgt. Aber auch in Richtung Online setzt das klassische Fernsehen bereits starke Impulse und Schlsselreize. Denn durch die steigende Parallelnutzung von TV und Online wird das Fernsehen selbst zum Top-Thema im Internet und den Sozialen Netzwerken und avanciert so zum Motor der Online-Kommunikation. Das Fernsehen liefert die Inhalte, ber die man in Facebook & Co. spricht und die man bei Google sucht.

Zwischen kollektivem Entspannungsmedium und super-individuellem Digital-Cockpit: In der digitalen Welt kommen zahlreiche On-Demand-Angebote und das mobile TV dazu, die den wachsenden Wunsch nach Autonomie und Emanzipation vom Programmschema bedienen. Fr die Zuschauer gibt es dadurch immer mehr Optionen bei der Auswahl und zeitsouvernen Nutzung audiovisueller Angebote. Das Fernsehen folgt dem Zuschauer und befriedigt dabei beide Dimensionen: die Sehnsucht nach Orientierung, Gemeinschaft und Alltagsstrukturierung ebenso wie den Wunsch nach Individualitt und Selbstbestimmung.